Eine Chronik über 125 Jahre Vereinsgeschichte

Die Gründung

Der "Wiesbadener Briefmarken-Sammler-Verein von 1885 e.V." zählt zu den ältesten Briefmarkensammlervereinen Deutschlands. Schon im Jahre 1878 bestand der "Wiesbadener Philatelistenverein". Am 20. Juni 1885 fand die 100. Sitzung des "Internationalen Philatelisten-Vereins Dresden" statt, auf der für den 18. Mai 1885 die Gründung einer "Section Wiesbaden" mit damals 20 Mitgliedern bekanntgegeben wurde. Aus diesen beiden Wurzeln ist der heutige Verein hervorgegangen.

Die eigentliche Gründung des "Wiesbadener Briefmarken-Vereins von 1885 e.V." erfolgte - unter Weiterbestehen der "Section Wiesbaden" des "Internationalen Philatelisten-Vereins Dresden" - am 26. September 1893. Nachdem die Alliierten nach dem Ende des 2. Weltkrieges zunächst alle Vereine in Deutschland verboten hatten, konnte der Verein am 15. Dezember 1946 neu gegründet werden und an alte Traditionen anknüpfen.

19. Jahrhundert

Der 18. Mai 1885, als die "Section Wiesbaden" des "Internationalen Philatelisten Vereins Dresden" gegründet wurde, wird bis heute als der "Geburtstag" des Vereins angesehen.

Zu den Vorstandsmitgliedern gehörten:

  • 1. Vorsitzender: Ferdinand Hey'l (Kur-Direktor)
  • 2. Vorsitzender: Dr. Ernst Otto (Amtsrichter),
  • Schriftführer: Erhard Schröder (Photograph),
  • Kassenwart: Carl Hild (Prokurist) und
  • Rundsendeobmann: Carl Hild (Prokurist).

Der Verein hatte zunächst 20 Mitglieder und tagte im Hotel Grüner Wald.

Das erste erhaltene Protokoll einer Vereins-Sitzung stammt vom 7. Dezember 1886. Außer dem 2. Vorsitzenden Dr. Otto waren nur 6 Mitglieder anwesend und es wurde über die mangelnde Beteiligung der Mitglieder geklagt.

Am 1. Februar 1887 wurde der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt: der 1. Vorsitzende war der Wiesbadener Kurdirektor Ferdinand Hey'l.

Am 20. November 1888 hielt Bürgermeister Hess einen Vortrag über die Marken Portugals.

Am 20. Dezember 1888 fand eine Weihnachtsfeier des Vereins mit Verlosung und - wie der Chronist ausdrücklich bemerkt - mit Weihnachtsbaum statt.

Am 13. Mai 1890 fand ein Stiftungsfest (5 Jahre) des Vereins statt, zu dem das Mitglied Herr Bürgermeister Hess eine Seltenheit ersten Ranges stiftete: Lübeck 1 Sch. orange ohne Wasserzeichen, gebraucht auf Brief. Dieser kam zur Versteigerung: Herr Dr. Otto war mit 20 Mark Meistbietender. Die Vereinskasse wurde mit insgesamt 59 Mark gefüllt.

Am 30. November 1890 fand eine außerordentliche Sitzung deshalb statt, weil auf dem Weg von Herrn Sternitzki zu Herrn Polizeirat Höhn eine Rundsendung im Wert von 400 Mark verloren gegangen war. Als man sich über das Herbeischaffen des Betrages endlich geeinigt hatte, kam einige Tage später diese lang vermißte Sendung wieder zum Vorschein. Es wurde dann - erleichtert - beschlossen, daß Rundsendungen nur noch gegen Empfangsquittungen weitergegeben werden durften.

Am 24. November 1891 stiftete Herr Dr. Greiss ein Vereins-Stammbuch, welches heute noch vorhanden ist.

Am 2. Februar 1893 hielt Dr. Greiss einen Vortrag über die Marken von Bergedorf.

Am 9. Oktober 1894 erfuhr der Verein, daß der frühere Vorstand Dr. Otto plötzlich gestorben ist.

Am 12. Februar 1895 gibt es einen Eintrag, daß die Witwe von Dr. Otto einen Teil des Nachlasses ihres Mannes an den Verein gespendet hat.

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1. Hälfte des 20. Jahrhunderts

Am 2. März 1910 wird der Beschluß gefaßt, daß die Wertung der Sammlungen verstorbener Mitglieder durch fünf Mitglieder des Vereins gemeinsam durchgeführt werden soll, damit die Hinterbliebenen sich beim Verkauf nach dieser Wertung richten können.

Am 20. Dezember 1911 wird ein Beschluß über die Gründung eines Bibliothekfonds für außerordentliche Erwerbung nützlicher philatelistischer Druckschriften und Bücher gefaßt.

Im Jahre 1915 findet die 30-Jahr-Feier des Vereins im Saal der Wiesbadener Casino-Gesellschaft statt.

Im 1. Weltkrieg war es verhältnismäßig einfach, den Verein weiterzuführen, obwohl der Vorsitzende Huyghens-Backer wegen seiner Nationalität (er war Niederländer) Nachteile für den Verein befürchtete, die aber nicht eingetreten sind.

Anfang 1925 wurde bestimmt, daß die Feier des 40-jährigen Stiftungsfestes durch eine Briefmarken-Ausstellung am 7. Juni 1925 im Kurhaus und durch einen Festabend mit Souper, Konzert und Tanz am 13. Juni 1925 im Hotel Taunus in der Rheinstraße zu begehen ist.

Anfang 1926 erfolgte ein Eintrag in das Stammbuch über die Beteiligung Wiesbadener Mitglieder an der Internationalen Briefmarken-Ausstellung in Frankfurt am Main. Alle drei ausstellende Mitglieder erhielten Ehrenpreise:

  • Herr Fischer "Große Goldene Medaille" (für Sammlung Altdeutschland),
  • Herr General Rotte "Goldene Medaille" (für Sammlung Memel) und
  • Herr Weber "Silberne Medaille" (für Sammlung Wiesbadener Regierungsmarken).

Im Jahre 1935 fand der 12. Deutsche Bundestag und 51. Deutsche Philatelistentag in Mainz und Wiesbaden statt, wobei der Wiesbadener Verein die große Briefmarken-Ausstellung vom 17. bis 19. August im Nassauischen Landesmuseum übernommen hatte.

Im 2. Weltkrieg war es ab 1944 unmöglich, den Verein mit normalem Vereinsleben weiterzuführen. Es findet sich folgender Eintrag im Protokollbuch: "Es wurde beschlossen, die Versammlung auf den dritten Mittwoch zu verlegen. Da an diesem Mittwoch Vollmond herrscht, hofft man auf einen stärkeren Besuch der Versammlung. Die Verdunkelung hält wohl hauptsächlich ältere Mitglieder vom Besuch der Versammlungen ab..."

Vom 5. April 1945 stammt der folgende Eintrag im Protokollbuch: "Im Jahr 1945 haben wegen der Kriegsverhältnisse keine Sitzungen stattgefunden. Dauernder Fliegeralarm. Am 2. Februar wurde auch unsere Stadt durch einen Fliegerangriff schwer heimgesucht. Dabei dürfte auch manche Sammlung vernichtet worden sein..."

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Nachkriegszeit

Am 15. Oktober 1945 trafen sich vier Vorstandsmitglieder, um über Schritte zur Wiederbelebung des Vereins zu beraten: aber erst am 15. Dezember 1946 konnte die "Wiedergründung" stattfinden, weil die Besatzungsmacht vorher alle Vereine aufgelöst hatte.

Am 5. Februar 1954 wurde "angeregt über die Bildung einer Jugendgruppe diskutiert" und einen Monat später erklärt Herr Kotzenberg sich bereit, die Leitung der Gruppe zu übernehmen.

Bereits im April 1956 verzeichnet die Jugendgruppe 45 Mitglieder, die in einer Werbeschau im März 1956 in den Räumen der Wiesbadener Casinogesellschaft ihre Sammlungen ausstellten.

Am 9. und 10. Januar 1960 fand eine weitere Werbeschau der "Jugendgruppe Wiesbaden" im Haus der Jugend am Elsässer Platz statt.

Am 9. Mai 1962 veranstaltete die Jugendgruppe einen Großtauschtag.

Vom 4. bis 6. Januar 1963 fand in Wiesbaden in der Oranienschule die erste Rang-III-Ausstellung der Jugend statt, worüber im Wiesbadener Tagblatt und Wiesbadener Kurier ausführlich berichtet wurde.

Am 18. Mai 1970 wurde das 85-jährige Bestehen des Vereins feierlich begangen. Aus diesem Anlaß erschien auch eine kleine Festschrift.

1973 wurde eine Wettbewerbs-Ausstellung "WIBRIA '73" im Haus der Heimat veranstaltet.

1980 wurde eine Partnerschafts-Ausstellung anläßlich des 50-jährigen Jubiläums der Städte-Partnerschaft zwischen Wiesbaden und Klagenfurt in der Galatea-Anlage in Biebrich durchgeführt.

Ein Jugendgroßtauschtag am 3. Dezember 1983 fand mit über 40 Besuchern großen Anklang. Die Gruppe zählte zum Jahresende 19 Mitglieder.

1985 wurde das 100-jährige Jubiläum des Vereins im Hotel Schwarzer Bock feierlich mit einem Briefmarken-Salon mit der Marke "Blaue Mauritius" im Mittelpunkt und der sie umgebenden Rahmen mit dem Thema "100 Jahre Philatelie in Wiesbaden und Nassau" begangen. Zu diesem Ereignis erschien auch eine Publikation "Die Blaue Mauritius - 100 Jahre Wiesbadener Briefmarken Sammler-Verein von 1885 e.V.".

Vom 6. bis 8. November 1992 fand im Bürgerhaus Wiesbaden-Delkenheim die "WIJUBRIA '92" statt, wobei es sich um eine Rang-2-Ausstellung unserer Jugendgruppe handelte.

1995 wurde eine Briefmarkenwerbeschau im Haus der Heimat, Wiesbaden, aus Anlaß 40 Jahre Jugendgruppe WBSV veranstaltet.

1995 unternahm der Verein die Jubiläumsfahrt 110 Jahre WBSV über Veste Ötzberg nach Hirschhorn per Schiff nach Heidelberg.

1996 gab es eine Fahrt nach Bendorf-Sayn zum "Garten der Schmetterlinge".

1997 veranstalteten wir eine Fahrt zum Schokoladen-Museum nach Köln.

1998 unternahm der Verein eine Fahrt zur Saalburg.

1999 fand die Gründung einer 2. Jugendgruppe in Wiesbaden-Breckenheim statt.

1999 ging die alljährliche Busfahrt zur IBRA 1999 in Nürnberg.

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21. Jahrhundert

2000 fand eine Busfahrt zur WIPA 2000 in Wien (mehrere Tage) statt.

2001 unternahmen wir ein Busfahrt zur Belgica 2001 in Brüssel (mehrere Tage).

2002 besichtigten wir das Briefverteilzentrum in Wiesbaden-Kastel.

2003 nahm der Verein an der Wiesbadener Haushaltsfachausstellung (HAFA) mit einem Werbestand über 9 Tage teil.

2003 fand ein Besichtigung des Museums für Telekommunikation in Frankfurt am Main statt.

11.06.2004: Am heutigen Tage begann auch für unseren Verein das Internet-Zeitalter!

2007
Besuch des rheinhessischen Postmuseums in Erbes-Büdesheim und Fahrt zur Briefmarkenmesse nach Sindelfingen
Veranstaltung von zwei Großtauschtagen in Wiesbaden-Erbenheim
2008
Vereinsausflug ins Militärmuseum nach Mainz
Vereinsreise zur internationalen Briefmarkenausstellung WIPA 2008 in Wien
Sondervereinsabend anlässlich des Besuches unserer Klagenfurter Freunde mit Vortrag über die Österreichische Postgeschichte
Veranstaltung von zwei Großtauschtagen in Wiesbaden-Erbenheim
2009
Veranstaltung von zwei Großtauschtagen in Wiesbaden-Erbenheim
Zwei interessante Vorträge zum Thema Dauerserien und Fälschungsbekämpfung
2010
Veranstaltung der NASSAU-PHILA 2010 - siehe separate Homepage
Einen Großtauschtag in Wiesbaden-Erbenheim
2011
Vereinsausflug nach Meisenheim mit Nachtwächterwanderung und Weinprobe
Veranstaltung von zwei Großtauschtagen in Wiesbaden-Erbenheim
2012
Besichtigung der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden
Teilnahme an der Messe AGILIA 50+ mit einem Werbestand unseres Vereines
Zwei großartige Vorträge
Veranstaltung von zwei Großtauschtagen in Wiesbaden-Erbenheim
2013
Ausflug zum Freilichtmuseum Bad Sobernheim und Besuch der dortigen Briefmarkenwerbeschau.
Ein Großtauschtag in Wiesbaden-Erbenheim
 

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